Wie wollen wir in Medebach und Hallenberg in Zukunft leben? Wie können unsere Städte weiterhin lebenswert, wirtschaftlich stark, ökologisch verantwortungsvoll und sozial zukunftsfähig bleiben? Mit diesen Fragen haben sich die Städte Medebach und Hallenberg in den vergangenen Monaten intensiv beschäftigt. Nun liegt die gemeinsame interkommunale Nachhaltigkeitsstrategie vor.
Die Räte der beiden Städte haben der Strategie zugestimmt; damit ist ein wichtiger Schritt getan: Nachhaltigkeit soll künftig noch stärker als Leitgedanke in der kommunalen Entwicklung berücksichtigt werden.
Doch was bedeutet „Nachhaltigkeitsstrategie“ eigentlich?
„Vereinfacht gesagt handelt es sich um einen gemeinsamen Fahrplan für die Zukunft unserer Städte. Dabei geht es ausdrücklich um mehr als Klimaschutz oder Umweltfragen. Nachhaltige Entwicklung bedeutet, ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte gemeinsam zu betrachten. Denn eine Stadt ist dann zukunftsfähig, wenn Umwelt und Natur geschützt werden, Menschen gerne dort leben, gute Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten vorhanden sind und die wirtschaftliche Entwicklung langfristig gesichert wird“ – erklären Bürgermeister Enrico Eppner und Bürgermeister Frank Linnekugel.
Gemeinsam entwickelt – mit Blick auf die ganze Stadt
Die Nachhaltigkeitsstrategie ist nicht am Schreibtisch entstanden. Über fast zwei Jahre hinweg haben sich zahlreiche Akteurinnen und Akteure aus Verwaltung und Politik, aus Wirtschaft und weiteren Bereichen des gesellschaftlichen Lebens mit der zukünftigen Entwicklung von Medebach und Hallenberg beschäftigt.
In den Prozess flossen unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Ideen ein. Gemeinsam wurden Herausforderungen betrachtet, Ziele entwickelt und konkrete Maßnahmen erarbeitet. So entstand Schritt für Schritt ein Handlungsprogramm, das nicht nur die Sicht der Städte widerspiegelt, sondern die unterschiedlichen Bereiche des kommunalen Lebens zusammenführt.
Gerade diese breite Beteiligung ist eine wichtige Grundlage der Strategie: Nachhaltige Stadtentwicklung kann nur gemeinsam gelingen. Sie betrifft nicht nur Kommunen und Politik, sondern letztlich alle Menschen, die in unseren Städten leben, arbeiten und sich engagieren.
Begleitet wurde der Prozess von der LAG 21 NRW mit Sitz in Dortmund. Die Landesarbeitsgemeinschaft unterstützt Kommunen in Nordrhein-Westfalen dabei, Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln und Nachhaltigkeit langfristig in der kommunalen Entwicklung zu verankern. Der Prozess wurde im Rahmen einer Landesförderung für Kommunen durchgeführt.
Von gemeinsamen Zielen zu konkreten Maßnahmen
Die Nachhaltigkeitsstrategie bleibt dabei nicht bei allgemeinen Zielsetzungen stehen. Aus den gemeinsam entwickelten strategischen und operativen Zielen ist ein umfangreiches Handlungsprogramm mit insgesamt 90 konkreten Maßnahmen entstanden. Damit wird aus dem gemeinsamen Anspruch ein konkreter Auftrag für die zukünftige Entwicklung von Medebach und Hallenberg.
Die sechs Handlungsfelder reichen von Klimaschutz und Klimafolgenanpassung über Biodiversität und Umweltschutz, Flächen- und Raumentwicklung, nachhaltige Mobilität bis hin zu Bildung und Kultur sowie guter Arbeit und nachhaltigem Wirtschaften.
Damit wird deutlich: Nachhaltigkeit ist keine Aufgabe, die nur eine Abteilung oder ein einzelnes Thema betrifft. Sie zieht sich durch nahezu alle Bereiche kommunalen Handelns.
Warum braucht es eine solche Strategie?
Viele Herausforderungen, vor denen die Städte stehen, lassen sich nicht mit einer einzelnen Maßnahme lösen. Der Klimawandel verändert beispielsweise die Anforderungen an unsere Infrastruktur und unsere Landschaft. Gleichzeitig müssen Städte mit dem demografischen Wandel umgehen, attraktivere Lebens- und Arbeitsbedingungen schaffen, Mobilität ermöglichen, Natur und Landschaft erhalten und ihre wirtschaftliche Entwicklung sichern.
Eine Nachhaltigkeitsstrategie hilft dabei, diese Themen nicht isoliert voneinander zu betrachten. Sie schafft einen gemeinsamen Rahmen und macht sichtbar, welche Ziele langfristig verfolgt werden sollen und welche konkreten Schritte dafür notwendig sind. Die Strategie orientiert sich dabei an den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und übersetzt diese auf die konkrete Situation vor Ort. Oder kurz gesagt: Global denken – lokal handeln.
Mit dem Beschluss beginnt die eigentliche Arbeit
Die Verabschiedung der Nachhaltigkeitsstrategie ist dabei nicht das Ende des Prozesses. Im Gegenteil: Jetzt beginnt die Umsetzung. Die vereinbarten Maßnahmen sollen Schritt für Schritt weiterverfolgt werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, die Entwicklung regelmäßig zu überprüfen, die Zielerreichung zu beobachten und die Strategie bei Bedarf fortzuschreiben.
Damit wird aus der Strategie kein Dokument, das nach seiner Verabschiedung im Schrank verschwindet. Sie soll zu einem lebendigen Instrument für die zukünftige Entwicklung von Medebach und Hallenberg werden.
Mit der Nachhaltigkeitsstrategie haben Medebach und Hallenberg dafür nun einen gemeinsamen Rahmen geschaffen – und damit einen weiteren wichtigen Schritt getan, um die beiden Städte lebenswert, zukunftsfähig und nachhaltig weiterzuentwickeln.
Nachhaltigkeitsstrategie der Städte Hallenberg und Medebach
Ansprechpartnerin:
Kim Peis
k.peis(at)medebach.de oder k.peis(at)stadt-hallenberg.de
Tel.: 0151 43105453
