(1848 - 1923)

Wilhelm Hohoff

 

*   9. Februar 1848 in Medebach
† 10. Februar 1923 in Paderborn
katholischer Priester und Marx-Kenner

 

 

Wilhelm Hohoff war der Sohn eines Gerichtsbeamten und besuchte das Gymnasium Petrinum in Brilon. Von 1866 bis 1871 studierte er Theologie und politische Ökonomie. Er war zwischen 1871 und 1885 Kaplan auf Schloss Hüffe (Kreis Lübbecke), danach Vikar in der kleinen Diasporagemeinde Petershagen bei Minden, ehe er wegen dauernder Krankheit 1905 die aktive Seelsorge aufgeben musste.

Wilhelm Hohoff war neben Franz Hitze einer der ersten Katholiken in Westfalen, die sich ernsthaft mit den Schriften von Karl Marx auseinandergesetzt haben. Er kam nach einem gründlichen Studium des Kapitals zu der Meinung, dass einige der Grundthesen von Marx nicht grundsätzlich der christlichen Lehre entgegenstehen würden. Er war lange Zeit der erste und einzige katholische Theologe, der Teile der Marxschen Thesen öffentlich verteidigte und für eine Verständigung zwischen Christentum und Sozialismus eintrat.

Diese Haltung stieß in der katholischen Öffentlichkeit allerdings mehrheitlich auf Ablehnung. Auch von Seiten der Linken blieb die Zustimmung weitgehend aus. August Bebel lieferte sich mit Hohoff eine öffentliche Kontroverse, die unter dem Titel „Christentum und Sozialismus“ veröffentlich wurde. Mit seinem bekannten Satz: „Christentum und Sozialismus stehen sich gegenüber wie Feuer und Wasser“ erteilte Bebel den Hoffnungen Hohoffs auf ein Zusammengehen eine klare Absage.

Die Persönlichkeit und die Bedeutung Wilhelm Hohoffs für unser Sozialleben ist heute ganz unumstritten.
(Quelle: Wikipedia)